Know How

Eine kleine Auflistung fotografischer Weisheiten, die ich im Laufe der Jahre angesammelt habe und die mir Stück für Stück geholfen haben ein wenig besser zu werden …

Fotograf auf der Photokina 2012

Einer der wichtigsten Hinweise ist es, nicht nur viel zu lesen und sich Bilder anderer Fotografen anzuschauen, sondern vor allem Sachen auch selbst auszuprobieren. Denn nur dadurch, und eben auch durch Fehler die man macht, lernt man und kommt weiter. Also vor allem rausgehen und selber machen!
Ansonsten habe ich hier einige technische Hintergründe erläutert, die evtl. zu besseren Bildern führen. Es sind aber natürlich nur Hinweise und sicherlich gibt es je nach Situation und Bildidee auch Gründe, diese zu ignorieren.

Allgemeines

Expose to the Right
Wenn man die größtmöglichen Tonwerte für die Nachbearbeitung mitnehmen will, sollte man so belichten, dass das Histogramm auf der rechten Seite anliegt. Zu beachten ist, dass die Kameraanzeige das JPG-Histogramm anzeigt und in das RAW in der Regel noch ein wenig Luft nach rechts hat.
Das rechte 1/10 des Histogramms enthält ca. 50% der Tonwerte, wenn dies also leer ist, ist also schonmal die Hälfte der Informationen futsch.
Links:
Foto-TV – Expose to the Right

JPEG oder RAW
Ein JPG kommt fertig aus der Kamera und kann z.B. sofort ins Internet geladen oder verschickt werden.
Wenn es also schnell gehen soll oder man sicher ist, dass man keine weiteren Bearbeitungen an den Bildern vornehmen will, kann man im JPG fotografieren. Den geringeren Speicherbedarf eines JPGs sehe ich beim aktuellen Preis von Speicherkarten und Festplatten nicht als grundsätzlichen Vorteil an, zumindest wenn die beiden vorher genannten Fälle nicht zutreffen sollten.
Wenn man nämlich später doch Bearbeitungen vornehmen möchte, hat man im JPG die schlechtere Vorlage, da zum einen vom Format her schon verlustbehhaftet gepeichert wird, zudem einen geringeren Dynamikumfang (nur 256 Abstufungen je Farbkanal, gegenüber 16384 Abstufungen bei RAWs aktueller DSLRs) besitzt und daher auch einen nur noch schlecht korrigierbarem Weißabgleich besitzt, während man diesen später im RAW-Konverter komplett vornehmen kann. Auch die Auswahl des Farbraum (sRGB oder AdobeRGB) in der Kamera ist bei der Aufnahme im RAW-Format vollkommen egal und kann dann im RAW-Konverter erfolgen.
Ein RAW muss dafür aber im Prinzip immer noch bearbeitet und damit auch geschärft werden, da z.B. Lightroom standardmäßig ohne eine Bearbeitung importiert und RAW-Bilder somit meist immer erstmal etwas flau aussschauen.
Ausnahmen gibt es z.B. beim Import über Canons DPP, welche so nett ist und die Einstellungen des Picture Styles in der Kamera übernimmt und das RAW schonmal entsprechend entwickelt.
Links:
RAW oder JPG

Kamera/Objektive

Automatikmodus
Ein Großteil meiner Aufnahmen entsteht im Modus Blendenvorwahl, da man mit der Blende eine der Hauptgestaltungsmöglichkeiten als Fotograf hat.
Für bestimmte Aufnahmen, z.b. mit schnellen Bewegungen, macht auch die Zeitvorwahl Sinn, um eine Bewegung einzufrieren oder eben gerade nicht.
Unter sehr kontrollierten Lichtbedingungen wie im Studio oder der Arbeit auf dem Stativ ist dann der manuelle Modus angesagt.

lichtstarke Objektive
Selbst wenn man nicht mit den maximalen Blendenöffnungen von z.B. 2.8, 1.4 oder noch größer fotografieren möchte, macht es Sinn lichtstarke Objektive zu verwenden.
Zum einen erreichen viele Objektive Ihre maximale Schärfe in der Regel erst beim Ablenden, so dass man bei einem Objektiv mit Blende 4 dann schnell schonmal wenigstens bei Blende 5.6 landet.
Der wichtigere Punkt ist aber, dass die Kreuzsensoren aktueller Spiegelreflexkameras Ihre maximale Leistungsfähigkeit erst mit Objektiven mit einer Offenblende<=2.8 erreichen. D.h. wer auf einen präzisen und schnellen AF Wert legt, sollte z.B. lieber zum 70-200/2.8 greifen, als zum 70-200/4.0. Picture Styles
Wenn man, wie ich, RAW schießt und die Bilder nicht mit Canons DPP importiert, greift der Picture Style eigentlich nur für die Anzeige des Vorschau-JPGs auf dem Kamera-Display.
Daher verwende ich diese eigentlich nur für einen Zweck. Auf dem kleinen Display der Kamera ist die Schärfe oft schwer abschätzbar, daher habe ich einen benutzerdefinierten PS angelegt, der maximal schärft.

Schärfe
Besonders, wenn man kleinste Details abbilden möchte, gibt es einen wenig bekannten schärfebeeinflussenden Faktor – die Nyquist-Frequenz.
Abhängig von der Pixeldichte des Sensors und der verwendeten Blende, setzt die Nyquist-Frequenz Grenzen in der theoretischen maximalen Auflösung des Sensors. D.h. die maximal mögliche Schärfe wird z.B. bei der 7D etwa bei Blende 5.6 erreicht, bei Vollformatkameras mit moderater Auflösung (20-24Mpx) etwa bei Blende 10. Ein weiteres Abblenden verschlechtert dann die Schärfeleistung.
Schaut man sich die Objektivtests auf dpreview.com an, sieht man, dass die auflösbaren Linien in der Regel bei den genannten Blendenwerten stark absinken.

Sensorgröße
Meiner Erfahrung nach scheidet sich bei der Bildqualität der Kamera die Spreu vom Weizen, wenn man mit wenig Licht fotografiert. Bei Sonnenschein kann man mit fast jeder Kamera recht ordentliche Bilder machen.
Bei wenig Licht ist dann der entscheidene Faktor für die Rauscharmut einer Kamera die Sensorgröße, bzw. dann auch im Verhältnis die Pixelgröße.
Arbeitet man gerne mit einer kleinen Blende, bzw. möchte eine sehr geringe Schärfentiefe erreichen, sollte man auch einen möglichst großen Sensor haben, da dann die Schärfentiefe bei gleichen Standort und Blende geringer ist.

Ein Gedanke zu „Know How

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